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WIE MAN SEINE HARDWARE ABSTIMMT- BIEGEN UND DREHEN

Weniger ist mehr!

"Heute."

In einen Stein gemeisseltes Wort auf dem Schreibtisch von John Ruskin

"Die erste Regel lautet, einen klaren Geist zu bewahren. Die zweite, den Dingen ins Auge zu sehen und sie als das zu erkennen, was sie sind." Marcus Aurelius

 

 

TUNING - BIEGEN UND DREHEN

Anpassen und Abstimmen des Bumerangs für bessere Performance und mehr Weite

 

Als allererstes, bevor ich beginne zu erklären, lass uns überprüfen, ob der Bumerang sich in einem "neutralen Tuning" befindet:

leg ihn hierzu mit der Unterseite auf eine ebene Oberfläche und drücke von oben auf den Ellenbogen (der Bereich, in dem sich die beiden Flügel treffen). Beide Flügel sollten nun entweder flach auf dem Untergrund aufliegen oder an den Spitzen leicht nach oben zeigen. Ist dies nicht der Fall: den/die betroffenen Flügel vorsichtig durch mehrmaliges wippendes Biegen in die gewünschte Position bringen.

 

WAS UNS WIE MAN "TUNED":
Es gibt nur wenige Dinge, die man mit dem Bumerang direkt anstellen kann: Aufwärts- und Abwärtsbiegen der Flügel ( sog. "Dihedral"=Auftrieb hinzufügen/reduzieren), Verdrehen im oder gegen den Uhrzeigersinn (Verändert des "Angriffswinkels"= des Winkels, in dem die Flügelvorderkante durch die Luft schneidet) und Anbringen von Gewichten und Klappen, um mehr Drehmoment oder Luftwiderstand zu erzeugen. Dadurch können wir die Eigenschaften eines Bumerangs drastisch verändern. Es bedarf lediglich sehr wenig Verbiegen oder Verdrehen eines einzigen Flügels, um die Flugbahn erheblich zu verändern. Dies wollen wir bitte erinnern, bevor wir uns jetzt daran machen, die Dynamik unseres Bumerangs zu optimieren.: WENIGER IST MEHR! Beim Biegen bedeutet dies: wenige Grade von Auf- oder Abwärtsbiegen werden wesentlich mehr ändern, als man zuerst erwartet. Ausserdem kann man immern noch- nach ersten Wurfversuchen nach der Veränderung- die Biegung verstärken.

PERTINAX, das Material aus dem viele meiner High-Tech und Wettkampfbooms gefertigt sind, führt quasi von selbst dazu, mit biegen oder drehen zu experimentieren, denn es ist ein relativ flexibles Material und dennoch steif genug, eine gewisse Verbiegung auch zu behalten.

Bei warmen Temperaturen ist es erstaunlich flexibel. Es ist jedoch bei weitem nicht unzerbrechlich, speziell unter kälteren Temperaturen! Deshalb: je kälter es ist, desto vorsichtiger muss man hierbei zu Werke gehen. Am besten: im Winter nur in warmen Räumen Vor-Biegen.

 

VERBIEGEN


Dieser Abschnitt soll in erster Linie erklären, wie man mehr Reichweite aus einem (Weitwurf-)Bumerang bekommt, aber die Regeln gelten für jeden Bumerang, den man ändern möchte

HOCH BIEGEN
- Erhöhung des Auftriebes. führt generell zu
- einer höheren Flugbahn
- früherem Flach-Legen des Bumerangs
- geringerer Reichweite
- einer verlängerten Schwebephase.
Wenn wir den "lift arm"( Arm 1 - den Flügel auf der rechten Seite, wenn der B. auf einer Fläche liegt), wird der B. sich schneller auf die Seite legen und höher steigen. Dies bedeutet, dann man senkrechter abwerfen und höher zielen muss. Insgesamt wird sich eine höhere Flugbahn. Interessant ist dies z.B. bei
- MTA
- Trickfangen
- Doubling

Biegen wir den "dingle or trailing arm" (Arm 1 - der linke bei Aufsicht) nach oben, bekommen wir ebenfalls eine erheblich höhere Flugbahn und eine deutlich verlängerte Schwebephase und ebenso deutlich reduzierte Reichweite. Auch hier müssen die Abwurfparameter entsprechend korrigiert werden.
ALSO: dies ist ein Weg, einen Bumerang besser fangbar zu machen- wenn Reichweite und Windstabilität weniger wichtig sind.

Entsprechen resultiert das ABWÄRTS BIEGEN von einem odere mehreren Flügeln in vermindertem Auftrieb:
- einer niedrigeren Flugbahn
- verzögertem Flachlegen
- größerer Reichweite
- reduzierter Schwebephase.
Abwärtsbiegen eines Flügels resultiert also in einer flacheren, mehr elliptischen Flugbahn, mit weniger bis keiner Schwebephase- und wird somit sehr interssant für:
- Weitwurf
- Werfen bei Wind
- Fast Catch

Durch die reduzierung des Flachlegens wird mehr Reichweite und eine Figur-8-Flugbahn erzeugt, die es dem B ermöglicht, die Ziellinie beim Weitwurf zu überqueren, anstatt vorher einzudrehen und zu schweben. Außerdem bringt es den B dazu, flacher zu fliegen- was bei Wind sehr erwünscht ist- dazu kommt, dass die Schwebephase teils oder ganz eliminiert wird, was zwar ebenfalls verhindert, dass der B während der Schwebephase weggeblasen wird- allerdings macht dies das Fangen sehr schwierig und den B noch etwas unberechenbarer.
Um den Wurf anzupassen muss man mehr Neigungswinkel nehmen, flacher, kräftiger und ggff mehr in den Wind werfen.

Denk daran, dass Du mit jedem Tuningschritt einen gänzlich neuen Bumerang in den Händen hältst!

BEISPIEL: beim Fast Catch braucht man einen B, der möglichst während des gesamten Fluges auf einer Höhe bleibt- und man möchte dass er schnell fliegt, also sich keinesfalls flach legt oder gar steigt. Und man möchte, dass er fast senkrecht wieder ankommt, genauso wie im Abwurfmoment. Also, experimentiere mit dem Abwärtsbiegen eines oder mehrere Flügel, nur so lange, bis der B gerade nicht abstürzt - bis er stetig auf einer Höhe bleibt. Und sehr bald wirst Du feststellen, dass dies ein Prozess in mehreren kleineren Schritten ist, die in der Summe zum gewünschten Resultat führt.

VERDREHEN

Durch Verdrehen eines Flügels in positiver (gegen den Uhrzeigersinn) oder negativer (im Uhrzeigersinn) Richtung können wir beeinflussen:
- Rotationsgeschwindigkeit /Windstabilität (postitiv reduziert Rotation, negativ erhöht diese)
- Reichweite (negative Biegung erhöht Reichweite)
- Flachlegen (positive Drehung reduziert/eliminiert Flachlegen))
- Flugbahn ( positiv erzeugt eher kreisförmige gleichmäßige Flugbahn, negativ erzeugt eher elliptische, steiler ansteigende Flugbahn)

Anpassen des Abwurfes nach Verdrehen:
- nach positiver verdrehung wirft man eher etwas höher ab und etwas mehr aus dem Wind und umgekehrt

BEISPIELE
1. FLAUTE: Dein liebster 40m-Bumerang schafft die komplette Rückkehr nicht mehr, egal wie hart Du wirfst. Verdrehe den Arm2 leicht positiv- dies macht dem B "Beine" und kann noch unterstützt werden, indem Du den Arm1 etwas nach oben biegst
2. MTA#1: Dein MTA steigt steil nach oben und kommt nicht in eine stabile Schwebephase und verliert schnell an Höhe, weil er hin und her schaukelt. Versuch, den Arm2 ein wenig positiv zu drehen und senkrechter abzuwerfen. Zu viel Drehung wird allerdings die Rotationsrate sehr reduzieren. Ebenso kannst Du versuchen, den Arm 1etwas mehr nach unten zu biegen (minimal!) und dann etwas flacher abzuwerfen. Diese Massnahmen in SEHR KLEINEN SCHRITTEN vornehmen!
3. MTA #2: Dein MTA gewinnt nicht genug Höhe und verliert zu schnell an Rotation. Verdrehe den Arm1 leicht negativ und wirf mit ein wenig mehr Neigung und etwas höher ab. Dies wird sowohl das Flachlegen, als auch die Rotation erhöhen.- Wenn der Mta zu viel klettert und sich überschlägt, versuch, einen der Flügel leicht nach unten zu biegen.
4. WEITWURF: Du bist dabei, deinen Weitwurf-B zu seinem vollen Potential feinzutunen, nachdem Du die Wurftechnik trainiert hast. Als erstes empfehle ich, den Arm2 leicht nach unten zu biegen. und mit etwas mehr Neigungswinkel zu werfen. Dann sollte der B wesentlich später flachlegen und somit weiter fliegen. Wiederhole dies solange, bis der B gar nicht mehr dreht (Nie aus den Augen verlieren!!!) und gehe die letzten beiden Schritte zurück.- Das Nächste zur Optimierung wäre, den Arm1 leicht negativ zu verdrehen, so dass mehr Rotation entsteht (damit der B auch nach großen Weiten den Weg nach Hause noch schafft). Wenn er jetzt gar nicht mehr zurückkommt oder auf dem Rückweg abstürzt und mehr Wurfkraft nicht hilft, biege den Arm1 etwas nach oben und wirf etwas flacher ab.

Dies sind lediglich ein paar Anwendungsbeispiele, um Deine Vorstellungskraft anzuregen. Man muss wirklich mit einem Bumerangs lange spielen und probieren, bis man die Prinzipien begreift- und die richtige Menge der Maßnahmen lernt. Das Wichtigste ist jedoch: verändere stets nur einen einzigen Parameter zur Zeit! Dann, wenn Du den Wurf angepasst hast und der B wieder funktioniert, mach den nächsten Schritt. Ansonsten wird das Ergebnis unkonkret und nicht reproduzierbar. Auch Aufzeichnungen dabei können eine große Hilfe sein!